Eine denkwürdige Angelegenheit: die deutschen INSTITUTIONEN des
Thrash Metal gehen gemeinsam auf Tour. JAAAAAAAAAAAAAAAAA! Jugendtäume
werden wahr!!! Bands, die alle beeinflusst haben. Im Andernacher JuZ,
was vor einem Jahr neu eröffnet wurde, war ich dann voller Vorfreude.
Toller Laden!! Bis auf die kleine Theke... Für 17,- € ein
geiles Package, nix zu meckern, oder???
Der Opener war zum Schreien!! Statt Holy Moses kamen Wykked Wytch (oder
so), eine drittklassige italienische Cradle-Kopie! Die Sängerin
(üble Klamotten, Haarverlängerung...angeklebt) kreischgrunzte
Pseudo-Holy-Moses-like einerseits und versuchte andererseits opernhaftes
Gesinge (??), was beides total in die Hose ging. Der Sound war matschig,
die Lieder unausgereift. Beim derzeitigen Veröffentlichungs-Overkill
bekommt wohl jede Demoband `nen Plattenvertrag! Zwei Leute (vielleicht)
von über 600 Zuschauern fanden das Genöle dann toll, zwischen
den Liedern herrschte eisige Stille. Die Sängerin versuchte mit
Phrasen wie "Come on motherfuckers" Stimmung zu machen...
Nie wieder sehe ich mir die an!!! Schlauer Schachzug der Headliner,
nach so einer Schrottband ist Mille beim Zeitunglesen auf der Bühne
der Brüller, oder Tom beim Trinken.
Bei jedem Konzert der Tour ändert sich die Reihenfolge: zuerst
kamen Sodom. Jede Band hatte ihr eigenes Backdrop und eine Spielzeit
von ca. 1 Stunde. Im geschmackvollen Fuck Osama T-Shirt kam Tom mit
seiner Band und spielte fast eine Stunde eine Auswahl der größten
Hits. Von "Blashpemer" und "Outbreak Of Evil" über
"Remember The Fallen" zu der neuen Platte "M16"
spielten Sodom wie immer schön rotzig mit Seitenhieben auf Popbands,
Krieg und dummes Geschwätz zwischendurch. Der Sound war nicht toll,
aber das kennt man ja. Klampfer Bernemann und Tom sind alte Hasen, die
durch Positionswechsel die etwas leere Bühne füllten (Bands
mit 3 Leuten haben es halt schwerer). Gelegentliche Pyros lockerten
alles auf. Meiner Meinung hätten sie sich aber "Die stumme
Ursel" (wisu dat denn? - Anm. v. Brewmaster) schenken können
und was von "Agent Orange" oder "Better Off Dead"
spielen sollen. Geschmacksache! Das Publikum tobte und für mich
hatten Sodom die beste Stimmung, da man toll mitgröhlen konnte
("Wachturm" usw). Sie sind für mich eh die Motörhead
des Thrash und am Ende kam inklusive hohem Mikroständer "Ace
Of Spades". Das Publikum wollte immer noch Zugaben. Fazit: GEIL!
Nach kurzer Umbaupause kamen Kreator, die in letzter Zeit etwas angeschlagen
waren, seit ihrer "Endorama" LP (von der kam kein Lied). Viele
sagten Schrott-LP, ich sage nett, aber kein Kreator. So war die neue
LP eine Rückbesinnung auf alte Tage (und das beste, was Mille &
Co. seit "Coma Of Souls" fabriziert haben! Punkt! - Anm. v.
Brewmaster), jedoch modern genug, um nicht als altbacken zu gelten.
Mit dem Milchgesicht Sami (ex Waltari) ist Tommy Vetterli (Ex-Axeman)
nicht zu vergleichen. Spielen kann er, wirkt aber sehr verloren, als
würde er zu einer anderen Band gehören, steht verlegen auf
der Bühne als hätte er Angst. Er wirkte wie ein Mietmusiker,
nicht wie ein Bandmitglied. Ventor machte seine Drumarbeit gut (galt
früher als net so doll, war 2x aus der Band). Das Greatest-Hits
Programm war, denke ich, gelungen. Besonders mochte ich "Extreme
Agressions", "People Of The Lie" und "Flag of Hate".
Vergessen ist der "Gothic Touch", THRASH RULES!! Überall
Haare, Diver, Moshpits!!! Und "Pleasure To Kill" haben Kreator
schon lange nicht mit solcher Intensität gespielt. Vor zwei Jahren
fiel mir auf, dass die alten Songs langsamer gespielt wurden. Nicht
hier, Kreator haben das Lied "Reconquering The Throne" war
gemacht!!
Als Destruction auf die Bühne stiegen, war das Publikum schon etwas
erschöpft. Doch Schmier, Mike und der neue Drummer gaben von Anfang
an Gas und spielten (wie erwähnt) Ihre Greatest Hits. The Butcher
is defintively back! Schmier zeigte sich als lässiger Frontmann,
der schon mal versuchte, Leute, die nach hinten gingen, zum Bleiben
zu animieren ("Wat ihr geht schon? Abkacker!"). Ebenso bekamen
sie den lautesten Klampfensound und alte Songs schimmerten live in einem
anderen Licht. Auf deutsch: Sie tönten geil und nicht rumpelig!
Bei Threepieces gibt es das Problem der Soundlöcher (z.B. Gitarren-Soli),
die wurden jedoch gut von Drums und Bass zugeknallt. Wie der gespielte
Song: "Thrash Til Death"! Pyros kamen wie bei allen Bands
zum Einsatz. Es gibt bestimmt einige Ewignörgler, die sagen, früher
war alles besser! Das stimmt manchmal, doch hier ist es unangebracht!!!
Mit so einem Killerpackage ist volles Haus garantiert. Das sollten sich
Plattenfirmen, Bands & Co. merken.