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628 Reviews in der Datenbank
Billing: KEEP IT TRUE V
Ort: Lauda-Königshofen, Tauberfrankenhalle
Datum: 05.11.2005
Autor: Olaf Reimann & Roland Wohde
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IGNITOR
Manche Dinge ändern sich irgendwie nie. Da verschiebt man schon extra seinen Dienst auf der Arbeit, quält sich nach einer harten Nacht in unmenschlicher Frühe aus den Federn und kommt durch die widrigen Umstände auf den Straßen trotz allem zu spät in Lauda-Königshofen an. Wirklich ärgerlich, zumal IGNITOR, von deren Auftritt wir leider nur noch die letzten Minuten mitbekamen, nicht nur aufgrund der attraktiven Fronterin einen guten Eindruck machten. Dass wir leider wirklich etwas verpasst hatten bestätigte sich auch in einigen späteren Gesprächen mit Fans, die von dem Opening-Act nur Gutes zu berichten hatten. (Roland)

FORSAKEN
Die Doom-Metaller von FORSAKEN aus Malta bildeten eine gelungene Abwechslung im sonst eher "schnelleren" Programm des fünften Keep-It-True-Festivals.
Zwar wirkten die Akteure auf der großen Bühne der Halle in Lauda-Königshofen ein wenig verloren, doch Frontmann Leo Stivala war viel in Bewegung und schaffte es, das anfangs noch etwas zurückhaltende Publikum zu beschäftigen. Nicht zuletzt durch seinen Ausflug in den Fotograben zum allgemeinen Abklatschen lenkte er die Blicke der vorderen Reihen auf das Geschehen auf der Bühne. Sicher waren viele Besucher noch in den Gassen des Metal-Marktes unterwegs, um das ein oder andere Schnäppchen zu ergattern und merkten so wahrscheinlich nicht viel von den zwischenzeitlichen Problemen mit dem nicht vorhandenen Bass-Sound. Doch die Panne war recht zügig behoben und das angekündigte Stück der "Erfinder des Doom Metals" konnte im satten Soundgewand erklingen. Leider bleibt mir bis heute verborgen, um welches Stück es sich gehandelt haben mag. Ein bekannter Titel von BLACK SABBATH, die meiner Meinung nach oben beschriebene Position inne haben, war's jedenfalls nicht. Anhand der relativ bescheidenen Beteiligung an den vom Sänger intonierten "Mitsingspielchen" war auszumachen, dass Lauda-Königshofen früh am Nachmittag noch nicht in Feierlaune war. Trotzdem zählte der Auftritt von FORSAKEN zu den besseren des Tages. (Olaf)

Metal Markt

STORMWARRIOR
Beim Gig der norddeutschen STORMWARRIOR, die beim diesjährigen Earthshakerfest zusammen mit Kai Hansen für meine Begriffe tierisch abgeräumt haben, stieg die Stimmung merklich. Dass es sich beim Sound von STORMWARRIOR um True Power Metal handelt, unterstrichen die Herren nicht zuletzt mit ihrem Outfit. Alle Mann, selbst der Drummer, rückten in ihren Kutten an und gaben nach dem obligatorischen Intro mächtig Gas. Songs wie "Signe Of The Warlorde", "Axewielder", "Thunderer", "To Foreign Shores" oder "Iron Prayers" trafen beim Publikum auf offene Ohren. Die Matten der vorderen Reihen kamen ebenso selten zum Stillstand wie die Double-Bass. Zusammenfassend kann man von einer gelungenen Präsentation der Norddeutschen sprechen. Eine amtliche "Nothern Rage" der Mannen, die die außergewöhnliche Angewohnheit haben, an alles ein "e" anzuhängen. (Olaf)

Metal Markt

SKULLVIEW
Als vierte Band des Tages betraten nun die Amerikaner von SKULLVIEW die Bühne. Mit ihrem klassischen Metal ohne viel Schnickschnack brauchten sie sich um Zuspruch seitens des Publikums auf dem KIT eigentlich keine Gedanken machen. Zumal sie sich musikalisch als Einheit präsentierten, auch wenn sie von der Optik her eher wie ein bunt zusammen gewürfelter Haufen aussahen. In perfektes Metal-Outfit gepackt (schwarzes Leder, Nieten etc.) wirkte Sänger Eric zwischen seinen locker lässig gekleideten Kollegen etwas Fehl am Platz und agierte leider zu verkrampft auf der Bühne. Auch seine vielen hohen Screams kamen eher gepresst als natürlich rüber und schmälerten so ein wenig den Spaß an dem zwar relativ unspektakulären, aber trotzdem ordentlichen Material der Band. Größter Aktivposten auf der Bühne war zweifelsfrei der ständig wie ein Honigkuchenpferd strahlende Dave an seiner Klampfe, die er zum Ende des Gigs noch flugs zertrümmerte und ins Publikum reichte, wo sie von den Fans vollends auseinander gepflückt wurde, damit möglichst viele ein Stück als Souvenir mit nach Hause nehmen konnten. (Roland)

Setlist SKULLVIEW:

  1. The Night Of Metalkill
  2. Undesired Hateful Ways
  3. Watching Below From My Moonlight Throne
  4. Kings Of The Universe
  5. Legions Of The Star Scroll
  6. Stone Of A Thousand Spells
  7. The Bruise
  8. Skullview Warrior

SLOUGH FEG
Auf den Auftritt der nun folgenden SLOUGH FEG war ich wirklich gespannt. Kannte ich die Band bis zum letzten Output nur vom Hörensagen und hatte sie dementsprechend auch noch nie livehaftig gesehen. Und eins kann man direkt vorweg nehmen: ich wurde nicht enttäuscht. Bei sauberem Sound und mit einem ganzen Stapel starker Songs nahmen die Amis das Publikum mit auf eine Zeitreise in die frühen Tage des US Metal. Hierbei spielten die Jungs aber so frisch und voller Elan, dass es eine wahre Freude war. Bei Perlen wie dem mehrteiligen "Eumaeus The Swineherd" konnte man einfach nicht anders als mit seligem Grinsen mitzubangen. Zwar war der noch recht neu in der Band spielende Angelo showmäßig noch etwas zurückhaltend, harmonierte aber sonst super mit Frontmann und Obersympathikus Mike. Basser Adrian gab nonstop Vollgas, und es wurde genauso gekonnt und ungekünstelt gepost wie gespielt. Um es also kurz zu machen: bärenstarker Auftritt einer absolut kultigen und sympathischen Band. Undergroundmetal at it's best! (Roland)

Setlist SLOUGH FEG:

  1. High Passage/Low Passage
  2. ???
  3. Eumaeus The Swineherd
  4. Sky Chariots
  5. The Wickerman
  6. Traders And Gunboats
  7. Hiberno-Latin Invasion
  8. The Red Branch

INTRUDER
INTRUDER sorgten im Anschluss wieder für Abwechslung in der musikalischen Ausrichtung. Mit ihrem Power-Thrash fuhren sie ein recht heftiges Brett auf, und zu den fetten Riffs des Gitarrendoppels konnte man reichlich Matten kreisen sehen. Auch der Fronter machte einen guten Job, auch wenn er etwas agiler hätte sein können und sein enges Shirt nicht unbedingt vorteilhaft war. Aber da die Optik bei Metalheads sowieso absolut zweitrangig ist, störten solche Kleinigkeiten die Fans natürlich kaum. Auf Dauer waren mir persönlich die Songs aber etwas zu gleichförmig und verloren so im Laufe des Gigs an Überzeugungskraft. Aber eine schöne Abwechslung im sonst natürlich überwiegend True Metallischen Billing war es allemal. (Roland)

RUFFIANS
Mit den RUFFIANS stand wohl die melodischste Band des Tages auf dem Programm. Sympathisch und energiegeladen präsentierten sich die Amis ähnlich wie beim BYH 2004, was mich dazu verleitete, kurz für Nachschub im Bierbecher und zwischen der Kauleiste zu sorgen. Aber das Gute beim KIT ist ja, dass man selbst beim nervigen Schlangestehen immer noch einiges von der Live-Show mitbekommt. "Fight For Your Life" als Opener brachte das Publikum ordentlich in Mitsingstimmung, was wiederum die Band sehr freute, die sich umso mehr ins Zeug legte. "Running Blind", "Wasteland" und "Do Or Die" folgten bevor zwei neue Songs präsentiert wurden, deren Titel ich mir nicht gemerkt habe, die aber allgemein sehr interessiert aufgenommen wurden. Ebenso fehlt mir leider auch der Rest der Setlist - so bleibt mir nur noch zu bemerken, dass die RUFFIANS einen soliden Gig absolvierten, der nicht zuletzt wegen den interessanten neuen Songs Lust auf mehr machte. (Olaf)

JAG PANZER
Mit den Worten "...hier kommt eine der besten Metal-Sänger überhaupt..." kündigte Götz Kühnemund vom Rock Hard-Magazin die Amerikaner JAG PANZER an. Einige legendäre Gigs der einzigartigen Formation um Frontmann "Tyrant" haben JAG PANZER den Ruf einer todsicheren Live-Institution eingebracht. Mit einigen kleinen Abstrichen traf dies auch beim KIT V zu. Im Vorfeld des Festivals wurde eine besondere "Ample Destruction-Show" angekündigt. Doch bevor die ersten Stücke von besagtem Album in die mittlerweile gut gefüllte Halle geblasen wurden, durfte das Publikum sich an einem kleinen Ausflug durch weitere Platten der Amis erfreuen. "Iron Eagle" und "Chain Of Command" beispielsweise vom "The Age Of Mastery"-Album verleiteten nicht nur den Schreiber dieser Zeilen zum fröhlichen Mitsingen und Mitbangen. "King At A Price" oder "Fate's Triumph" und "Take To The Sky" gehörten genauso zu den Krachern wie vor allem das an diesem Abend besonders geile "Black". Zwei Stücke vom letzten Release "Casting The Stones" folgten und zogen die Stimmung etwas nach unten. Als dann aber zum "Ample Destruction"-Album mit den Titeln "Generally Hostile", "Warfare", "Symphony Of Terror" und "The Crucifix" übergeschwenkt wurde, hatte ich den Eindruck, dass viele tatsächlich auf diese Songs gewartet haben. Ich persönlich hätte gerne noch andere Highlights der Discographie wie beispielsweise das von mir schmerzlich vermisste "Viper" gehört. Aber man kann es ja nicht jedem recht machen. Trotzdem war der Gig von JAG PANZER wahrscheinlich nicht nur für mich der beste des Tages. Die Band zeigte sich spielfreudig wie immer und vor allem technisch den anderen Bands weit überlegen. Und über die fabelhafte Stimme von Harry "Tyrant" Conklin brauchen wir eh nicht zu diskutieren. (Olaf)

Götz

RAVEN
Für viele Combos wäre es unheimlich peinlich, wenn nach der Ankündigung der Band erst mal einige Minuten gar nix passiert. Die alten Hasen von RAVEN scheint das aber ebenso wenig zu jucken wie den erfahrenen Kokser der Stoff in der Nase! Als es dann endlich losgeht, ist man überrascht wie viel Power und Rotz von drei älteren Herren aus Newcastle ausgehen kann. RAVEN sind quasi die Mitbegründer der New Wave Of British Heavy Metal und kennen sich auf den Bühnen der Welt aus. So schaffen sie es locker, zu dritt viele der Vorbands mit links in die Tasche zu stecken. Bassist John Gallagher ist mit einem Headphone bewaffnet und kommt gesanglich sehr gut zurecht. Lediglich Gitarrist Mark Gallagher ist, vor allem bei einigen Soli, stellenweise etwas neben der Spur. Doch das dürfte die wenigsten Besucher gestört haben, denn die Stimmung in der Halle war für die schon fortgeschrittene Uhrzeit ausgelassen gut. "Rock'n'Roll mit viel Spaß inne Backen" so könnte man treffend die Show der Briten umschreiben, die leider das für mich essentielle "The Pack Is Back" (man möge mir meinen Geschmack verzeihen) nicht gespielt haben. (Olaf)

Setlist RAVEN:

  1. Seven Shades
  2. Live At The Inferno
  3. All For One
  4. Gimme A Break
  5. Hell Patrol
  6. Rock Until You Drop
  7. Guitar Solo
  8. Speed Of The Reflex
  9. Mind Over Metal
  10. Faster Than The Speed Of Light
  11. The King
  12. Inquisitor
  13. On & On
  14. Don't Need Your Money
  15. Break The Chain (inkl. Cover-Medley)

VIRGIN STEELE
Auf den offiziellen Headliner des Abends hatte ich mich wirklich gefreut. Da ich VIRGIN STEELE bisher nur einmal live in einer Notbesetzung bewundern dürfte, erhoffte ich mir den heutigen Gig als würdigen und krönenden Abschluss des tollen Tages. Leider wurde ich und viele andere herb enttäuscht. Und das, obwohl bzw. gerade weil ich ihre Musik wirklich mag. Eins der größten Ärgernisse war der üble Sound, der in fast allen Teilen der Halle herrschte (auch wenn in der zweiten Hälfte eine leichte Besserung eintrat) und in dessen Bassgewummer viele Gitarrenparts und Feinheiten, von denen die Musik von VIRGIN STEELE lebt, einfach untergingen. Dazu kam, dass Meister DeVeis durch seine Keyboards natürlich einen Großteil seiner Bewegungsfreiheit einbüßte und somit alles sehr statisch wirkte. Zwar bemühte er sich zwischendurch immer wieder, das Publikum anzuheizen und sprang und poste auch im vorderen Teil der Bühne, wurde bei diesem Job aber von seinen Kollegen leider kaum unterstützt, die weitest gehend auf ihren Außenposten verharrten. Hinzu kam, dass die tollen Gesangsmelodien, die den Songs sonst durch die vielseitige Stimme von David erst ihre geniale Stimmung geben, durch dauerndes Singen in extremen Höhen in meinen Ohren oft zerstört wurden. So leerte sich die Halle im Laufe des Gigs nicht nur aufgrund der späten Stunde zusehends. Ebenfalls die vielen Intros und Zwischenstücke fand ich live eher hinderlich, genau wie das im hinteren Drittel des Sets platzierte unnötige Drumsolo, das noch weitere Zuschauer kostete, und so waren zur Zugabe wirklich nur noch die ganz Hartgesottenen vor der Bühne. Wirklich schade, denn sowohl Band als auch Publikum hätten Besseres verdient gehabt. Die Setlist war nämlich allererste Güte, auch wenn ich mir noch ein paar alte Gassenhauer der Marke "We Rule The Night" oder "Don't Say Goodbye" gewünscht hätte. (Roland)

Setlist VIRGIN STEELE:

  1. Intro
  2. Kingdom Of The Fearless
  3. The Voice As Weapon
  4. Invictus
  5. Vow Of Honour / Defiance
  6. From Chaos To Creation / Twilight Of The Gods
  7. Great Sword OF Flame
  8. A Symphony Of Steele
  9. The Wine Of Violence
  10. In Triumph Or Tragedy / Return OF The King
  11. Noble Savage
  12. Mind Body Spirit
  13. Dominion Day
  14. Life Among The Ruins
  15. The Angel Of Light
  16. Drumsolo
  17. The Pyre Of Kings
  18. A Token Of My Hatred
  19. Marriage Theme / Veni Vidi Vici
  20. The Burning Of Rome

Trotzdem war auch das fünfte Keep It True wieder ein voller Erfolg. Neben den tollen Bands konnte man sich wie immer über eine nette Security, tolle Stimmung, das Treffen vieler Freunde und Bekannter, faire Essens-, Getränke- und Eintrittspreise sowie einen kleinen, aber feinen Metalmarkt freuen!
Manche Dinge ändern sich hoffentlich nie! In diesem Sinne noch mal ein fettes Danke an die Veranstalter. Man sieht sich im April, wenn uns Bands wie EXCITER, RIOT und SOLITUDE AETERNUS beglücken werden. (Roland)

Fotos: Roland Wohde



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