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IGNITOR
Manche Dinge ändern sich irgendwie nie. Da verschiebt man schon extra
seinen Dienst auf der Arbeit, quält sich nach einer harten Nacht in
unmenschlicher Frühe aus den Federn und kommt durch die widrigen
Umstände auf den Straßen trotz allem zu spät in Lauda-Königshofen an.
Wirklich ärgerlich, zumal IGNITOR, von deren Auftritt wir leider nur
noch die letzten Minuten mitbekamen, nicht nur aufgrund der
attraktiven Fronterin einen guten Eindruck machten. Dass wir leider
wirklich etwas verpasst hatten bestätigte sich auch in einigen
späteren Gesprächen mit Fans, die von dem Opening-Act nur Gutes zu
berichten hatten. (Roland)
FORSAKEN
Die Doom-Metaller von FORSAKEN aus Malta bildeten eine gelungene
Abwechslung im sonst eher "schnelleren" Programm des fünften
Keep-It-True-Festivals.
Zwar wirkten die Akteure auf der großen Bühne der Halle in
Lauda-Königshofen ein wenig verloren, doch Frontmann Leo Stivala war
viel in Bewegung und schaffte es, das anfangs noch etwas
zurückhaltende Publikum zu beschäftigen. Nicht zuletzt durch seinen
Ausflug in den Fotograben zum allgemeinen Abklatschen lenkte er die
Blicke der vorderen Reihen auf das Geschehen auf der Bühne. Sicher
waren viele Besucher noch in den Gassen des Metal-Marktes unterwegs, um
das ein oder andere Schnäppchen zu ergattern und merkten so
wahrscheinlich nicht viel von den zwischenzeitlichen Problemen mit dem
nicht vorhandenen Bass-Sound. Doch die Panne war recht zügig behoben
und das angekündigte Stück der "Erfinder des Doom Metals" konnte im
satten Soundgewand erklingen. Leider bleibt mir bis heute verborgen,
um welches Stück es sich gehandelt haben mag. Ein bekannter Titel von
BLACK SABBATH, die meiner Meinung nach oben beschriebene Position inne
haben, war's jedenfalls nicht. Anhand der relativ bescheidenen
Beteiligung an den vom Sänger intonierten "Mitsingspielchen" war
auszumachen, dass Lauda-Königshofen früh am Nachmittag noch nicht in
Feierlaune war. Trotzdem zählte der Auftritt von FORSAKEN zu den
besseren des Tages. (Olaf)
STORMWARRIOR
Beim Gig der norddeutschen STORMWARRIOR, die beim diesjährigen
Earthshakerfest zusammen mit Kai Hansen für meine Begriffe tierisch
abgeräumt haben, stieg die Stimmung merklich. Dass es sich beim Sound
von STORMWARRIOR um True Power Metal handelt, unterstrichen die Herren
nicht zuletzt mit ihrem Outfit. Alle Mann, selbst der Drummer, rückten
in ihren Kutten an und gaben nach dem obligatorischen Intro mächtig
Gas. Songs wie "Signe Of The Warlorde", "Axewielder", "Thunderer", "To
Foreign Shores" oder "Iron Prayers" trafen beim Publikum auf offene
Ohren. Die Matten der vorderen Reihen kamen ebenso selten zum
Stillstand wie die Double-Bass. Zusammenfassend kann man von einer
gelungenen Präsentation der Norddeutschen sprechen. Eine amtliche
"Nothern Rage" der Mannen, die die außergewöhnliche Angewohnheit
haben, an alles ein "e" anzuhängen. (Olaf)
SKULLVIEW
Als vierte Band des Tages betraten nun die Amerikaner von SKULLVIEW
die Bühne. Mit ihrem klassischen Metal ohne viel Schnickschnack
brauchten sie sich um Zuspruch seitens des Publikums auf dem KIT
eigentlich keine Gedanken machen. Zumal sie sich musikalisch als
Einheit präsentierten, auch wenn sie von der Optik her eher wie ein
bunt zusammen gewürfelter Haufen aussahen. In perfektes Metal-Outfit
gepackt (schwarzes Leder, Nieten etc.) wirkte Sänger Eric zwischen
seinen locker lässig gekleideten Kollegen etwas Fehl am Platz und
agierte leider zu verkrampft auf der Bühne. Auch seine vielen hohen
Screams kamen eher gepresst als natürlich rüber und schmälerten so ein
wenig den Spaß an dem zwar relativ unspektakulären, aber trotzdem
ordentlichen Material der Band. Größter Aktivposten auf der Bühne war
zweifelsfrei der ständig wie ein Honigkuchenpferd strahlende Dave an
seiner Klampfe, die er zum Ende des Gigs noch flugs zertrümmerte und
ins Publikum reichte, wo sie von den Fans vollends auseinander
gepflückt wurde, damit möglichst viele ein Stück als Souvenir mit nach
Hause nehmen konnten. (Roland)
Setlist SKULLVIEW:
- The Night Of Metalkill
- Undesired Hateful Ways
- Watching Below From My Moonlight Throne
- Kings Of The Universe
- Legions Of The Star Scroll
- Stone Of A Thousand Spells
- The Bruise
- Skullview Warrior
SLOUGH FEG
Auf den Auftritt der nun folgenden SLOUGH FEG war ich wirklich
gespannt. Kannte ich die Band bis zum letzten Output nur vom
Hörensagen und hatte sie dementsprechend auch noch nie livehaftig
gesehen. Und eins kann man direkt vorweg nehmen: ich wurde nicht
enttäuscht. Bei sauberem Sound und mit einem ganzen Stapel starker
Songs nahmen die Amis das Publikum mit auf eine Zeitreise in die
frühen Tage des US Metal. Hierbei spielten die Jungs aber so frisch
und voller Elan, dass es eine wahre Freude war. Bei Perlen wie dem
mehrteiligen "Eumaeus The Swineherd" konnte man einfach nicht anders
als mit seligem Grinsen mitzubangen. Zwar war der noch recht neu in
der Band spielende Angelo showmäßig noch etwas zurückhaltend,
harmonierte aber sonst super mit Frontmann und Obersympathikus Mike.
Basser Adrian gab nonstop Vollgas, und es wurde genauso gekonnt und
ungekünstelt gepost wie gespielt. Um es also kurz zu machen:
bärenstarker Auftritt einer absolut kultigen und sympathischen Band.
Undergroundmetal at it's best! (Roland)
Setlist SLOUGH FEG:
- High Passage/Low Passage
- ???
- Eumaeus The Swineherd
- Sky Chariots
- The Wickerman
- Traders And Gunboats
- Hiberno-Latin Invasion
- The Red Branch
INTRUDER
INTRUDER sorgten im Anschluss wieder für Abwechslung in der
musikalischen Ausrichtung. Mit ihrem Power-Thrash fuhren sie ein recht
heftiges Brett auf, und zu den fetten Riffs des Gitarrendoppels konnte
man reichlich Matten kreisen sehen. Auch der Fronter machte einen
guten Job, auch wenn er etwas agiler hätte sein können und sein enges
Shirt nicht unbedingt vorteilhaft war. Aber da die Optik bei
Metalheads sowieso absolut zweitrangig ist, störten solche
Kleinigkeiten die Fans natürlich kaum. Auf Dauer waren mir persönlich
die Songs aber etwas zu gleichförmig und verloren so im Laufe des Gigs
an Überzeugungskraft. Aber eine schöne Abwechslung im sonst natürlich
überwiegend True Metallischen Billing war es allemal. (Roland)
RUFFIANS
Mit den RUFFIANS stand wohl die melodischste Band des Tages auf dem
Programm. Sympathisch und energiegeladen präsentierten sich die Amis
ähnlich wie beim BYH 2004, was mich dazu verleitete, kurz für
Nachschub im Bierbecher und zwischen der Kauleiste zu sorgen. Aber das
Gute beim KIT ist ja, dass man selbst beim nervigen Schlangestehen
immer noch einiges von der Live-Show mitbekommt. "Fight For Your Life"
als Opener brachte das Publikum ordentlich in Mitsingstimmung, was
wiederum die Band sehr freute, die sich umso mehr ins Zeug legte.
"Running Blind", "Wasteland" und "Do Or Die" folgten bevor zwei neue
Songs präsentiert wurden, deren Titel ich mir nicht gemerkt habe, die
aber allgemein sehr interessiert aufgenommen wurden. Ebenso fehlt mir
leider auch der Rest der Setlist - so bleibt mir nur noch zu bemerken,
dass die RUFFIANS einen soliden Gig absolvierten, der nicht zuletzt
wegen den interessanten neuen Songs Lust auf mehr machte. (Olaf)
JAG PANZER
Mit den Worten "...hier kommt eine der besten Metal-Sänger
überhaupt..." kündigte Götz Kühnemund vom Rock Hard-Magazin die
Amerikaner JAG PANZER an. Einige legendäre Gigs der einzigartigen
Formation um Frontmann "Tyrant" haben JAG PANZER den Ruf einer
todsicheren Live-Institution eingebracht. Mit einigen kleinen
Abstrichen traf dies auch beim KIT V zu. Im Vorfeld des Festivals
wurde eine besondere "Ample Destruction-Show" angekündigt. Doch bevor
die ersten Stücke von besagtem Album in die mittlerweile gut gefüllte
Halle geblasen wurden, durfte das Publikum sich an einem kleinen
Ausflug durch weitere Platten der Amis erfreuen. "Iron Eagle" und
"Chain Of Command" beispielsweise vom "The Age Of Mastery"-Album
verleiteten nicht nur den Schreiber dieser Zeilen zum fröhlichen
Mitsingen und Mitbangen. "King At A Price" oder "Fate's Triumph" und
"Take To The Sky" gehörten genauso zu den Krachern wie vor allem das
an diesem Abend besonders geile "Black". Zwei Stücke vom letzten
Release "Casting The Stones" folgten und zogen die Stimmung etwas nach
unten. Als dann aber zum "Ample Destruction"-Album mit den Titeln
"Generally Hostile", "Warfare", "Symphony Of Terror" und "The
Crucifix" übergeschwenkt wurde, hatte ich den Eindruck, dass viele
tatsächlich auf diese Songs gewartet haben. Ich persönlich hätte gerne
noch andere Highlights der Discographie wie beispielsweise das von mir
schmerzlich vermisste "Viper" gehört. Aber man kann es ja nicht jedem
recht machen. Trotzdem war der Gig von JAG PANZER wahrscheinlich nicht
nur für mich der beste des Tages. Die Band zeigte sich spielfreudig
wie immer und vor allem technisch den anderen Bands weit überlegen.
Und über die fabelhafte Stimme von Harry "Tyrant" Conklin brauchen wir
eh nicht zu diskutieren. (Olaf)
RAVEN
Für viele Combos wäre es unheimlich peinlich, wenn nach der
Ankündigung der Band erst mal einige Minuten gar nix passiert. Die
alten Hasen von RAVEN scheint das aber ebenso wenig zu jucken wie den
erfahrenen Kokser der Stoff in der Nase! Als es dann endlich losgeht,
ist man überrascht wie viel Power und Rotz von drei älteren Herren aus
Newcastle ausgehen kann. RAVEN sind quasi die Mitbegründer der New
Wave Of British Heavy Metal und kennen sich auf den Bühnen der Welt
aus. So schaffen sie es locker, zu dritt viele der Vorbands mit links
in die Tasche zu stecken. Bassist John Gallagher ist mit einem
Headphone bewaffnet und kommt gesanglich sehr gut zurecht. Lediglich
Gitarrist Mark Gallagher ist, vor allem bei einigen Soli, stellenweise
etwas neben der Spur. Doch das dürfte die wenigsten Besucher gestört
haben, denn die Stimmung in der Halle war für die schon
fortgeschrittene Uhrzeit ausgelassen gut. "Rock'n'Roll mit viel Spaß
inne Backen" so könnte man treffend die Show der Briten umschreiben,
die leider das für mich essentielle "The Pack Is Back" (man möge mir
meinen Geschmack verzeihen) nicht gespielt haben. (Olaf)
Setlist RAVEN:
- Seven Shades
- Live At The Inferno
- All For One
- Gimme A Break
- Hell Patrol
- Rock Until You Drop
- Guitar Solo
- Speed Of The Reflex
- Mind Over Metal
- Faster Than The Speed Of Light
- The King
- Inquisitor
- On & On
- Don't Need Your Money
- Break The Chain (inkl. Cover-Medley)
VIRGIN STEELE
Auf den offiziellen Headliner des Abends hatte ich mich wirklich
gefreut. Da ich VIRGIN STEELE bisher nur einmal live in einer
Notbesetzung bewundern dürfte, erhoffte ich mir den heutigen Gig als
würdigen und krönenden Abschluss des tollen Tages. Leider wurde ich
und viele andere herb enttäuscht. Und das, obwohl bzw. gerade weil ich
ihre Musik wirklich mag. Eins der größten Ärgernisse war der üble
Sound, der in fast allen Teilen der Halle herrschte (auch wenn in der
zweiten Hälfte eine leichte Besserung eintrat) und in dessen
Bassgewummer viele Gitarrenparts und Feinheiten, von denen die Musik
von VIRGIN STEELE lebt, einfach untergingen. Dazu kam, dass Meister
DeVeis durch seine Keyboards natürlich einen Großteil seiner
Bewegungsfreiheit einbüßte und somit alles sehr statisch wirkte. Zwar
bemühte er sich zwischendurch immer wieder, das Publikum anzuheizen
und sprang und poste auch im vorderen Teil der Bühne, wurde bei diesem
Job aber von seinen Kollegen leider kaum unterstützt, die weitest
gehend auf ihren Außenposten verharrten. Hinzu kam, dass die tollen
Gesangsmelodien, die den Songs sonst durch die vielseitige Stimme von
David erst ihre geniale Stimmung geben, durch dauerndes Singen in
extremen Höhen in meinen Ohren oft zerstört wurden. So leerte sich die
Halle im Laufe des Gigs nicht nur aufgrund der späten Stunde
zusehends. Ebenfalls die vielen Intros und Zwischenstücke fand ich
live eher hinderlich, genau wie das im hinteren Drittel des Sets
platzierte unnötige Drumsolo, das noch weitere Zuschauer kostete, und
so waren zur Zugabe wirklich nur noch die ganz Hartgesottenen vor der
Bühne. Wirklich schade, denn sowohl Band als auch Publikum hätten
Besseres verdient gehabt. Die Setlist war nämlich allererste Güte,
auch wenn ich mir noch ein paar alte Gassenhauer der Marke "We Rule
The Night" oder "Don't Say Goodbye" gewünscht hätte. (Roland)
Setlist VIRGIN STEELE:
- Intro
- Kingdom Of The Fearless
- The Voice As Weapon
- Invictus
- Vow Of Honour / Defiance
- From Chaos To Creation / Twilight Of The Gods
- Great Sword OF Flame
- A Symphony Of Steele
- The Wine Of Violence
- In Triumph Or Tragedy / Return OF The King
- Noble Savage
- Mind Body Spirit
- Dominion Day
- Life Among The Ruins
- The Angel Of Light
- Drumsolo
- The Pyre Of Kings
- A Token Of My Hatred
- Marriage Theme / Veni Vidi Vici
- The Burning Of Rome
Trotzdem war auch das fünfte Keep It True wieder ein voller Erfolg.
Neben den tollen Bands konnte man sich wie immer über eine nette
Security, tolle Stimmung, das Treffen vieler Freunde und Bekannter,
faire Essens-, Getränke- und Eintrittspreise sowie einen kleinen, aber
feinen Metalmarkt freuen!
Manche Dinge ändern sich hoffentlich nie! In diesem Sinne noch mal ein
fettes Danke an die Veranstalter. Man sieht sich im April, wenn uns
Bands wie EXCITER, RIOT und SOLITUDE AETERNUS beglücken werden. (Roland)
Fotos: Roland Wohde
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