Nicht besonders laut, aber trotzdem sehr intensiv begann für mich an diesem Abend das Konzertjahr 2007. Es galt nach viel zu langer Zeit mal wieder ERIC FISH und seinen Freunden (namentlich: Uwe Nordwig, Rainer Michalek, Gerit Hecht) einen Besuch abzustatten. Für diesen Abend bei Kerzenschein, heimeliger Atmosphäre und ausdrucksstarker Musik war die Bonner Harmonie als Location wie geschaffen, auch wenn ein Konzertbesuch in einem bestuhlten Raum für mich immer etwas befremdlich ist.
Seit meinem letzten ERIC FISH Konzert vor fast genau drei Jahren (Bericht ebenfalls auf unseren Seiten zu finden) ist die Anhängerschaft um einiges gewachsen, so dass die Kapazitäten der Harmonie fast gänzlich ausgeschöpft wurden. Eigentlich nicht verwunderlich, aber doch sehr erfreulich und den Herren absolut zu gönnen. Dabei findet man mittlerweile neben vielen jungen SUBWAY TO SALLY-Fans auch Publikum gesetzteren Alters und aus Kreisen, die mit der sonstigen Musik des Künstlers recht wenig zu tun haben dürften. Bleibt nur zu hoffen, dass durch die wachsende Fangemeinde nicht der gemütliche und fast private Rahmen dieser Events bedroht wird. Bestes Beispiel hierfür ist, dass die standesgemäß verloste Whiskeyflasche diesmal zumindest bei mir nicht vorbeikam!
Doch davon abgesehen war auch dieser Auftritt absolut gelungen, und die zu Anfang noch leicht steife Atmosphäre löste sich bald auf, auch wenn der erste Teil des Abends etwas ernster verlief als von mir erwartet. Das Publikum war, zur Freude von Eric, in erster Linie zum richtigen Zuhören gekommen und ließ sowohl die starken Eigenkompositionen (darunter auch viele Songs des in Kürze erscheinenden neuen Werkes) wie auch die immer wieder eingestreuten Coverversionen und Traditionals auf sich wirken. Aber natürlich wurde auch bald mitgesungen, und sowohl Eric (gewollt) als auch ein arg dreister und ungeschickter Hobbyknipser (ungewollt) sorgten für Lacher. Eines der Highlights hierbei war zweifelsohne die geniale, gesungene Predigt bei "Im Schmutz"
So verging die Zeit wie im Fluge, und die für EF-Verhältnisse kurze (reine) Spielzeit von gut zweieinhalb Stunden war viel zu schnell vorbei. Als kleine Entschädigung seitens der Band für den kurzen Gig, der in den strengen Auflagen der Stadt begründet lag, gab es im Anschluss das gesamte noch nicht veröffentlichte neue Album zu hören, und die Fans hatten reichlich Gelegenheit sich Autogramme zu besorgen und bei einem Bier gemütlich mit den Musikern zu quatschen.
Auch auf die Gefahr hin dass ich in Zukunft wohl nie mehr in den Genuss der Whiskeyflasche kommen werde (es sei denn, die Herren spendieren demnächst einen ganzen Karton...), bleibt mir nichts anderes übrig als all jenen, die auch mal etwas ruhigere Töne mögen, einen Konzertbesuch von ERIC FISH und Freunden absolut zu empfehlen. Denn die Atmosphäre und die immer wieder Gänsehaut verursachende Intensität dieser Gigs können die gelungenen CDs einfach nicht erreichen. Einmal mehr: Vielen Dank für einen tollen Abend.