Dafür dass SAXON an jeder Steckdose spielen und dieses Jahr schon mal
auf Tour kamen, waren 500 Zuschauer bei 28 € Abendkasse in Andernach
doch ein feiner Schnitt! Im Vorprogramm geisterte der PHARAO herum. Wer
die Band nicht kennt, der hat nichts verpasst! Handwerklich solider,
aber unspektakulärer Metal aus Berlin ist mein Fazit.
Die Band war wohl
im Osten früher eine Kultband, aber so was ist ja mit Vorsicht zu
genießen. Das nützt 2007 nichts mehr.
Die Ansagen des Frontmanns
erinnerten laut meiner Freundin aufgrund der Schnappatmung an Horst
Schlemmer und waren eher peinlich als locker. Ab und an funkte der
Dat-Recorder dazwischen und löste das "Carmina Burana"-Intro noch mal
aus, was den Frontmann zu dem peinlichen Satz: "Für einen Keyboarder
haben wir zuwenig Geld" hinreißen ließ. Eine Runde Mitleid an die
Pharaonen!
Nach einer halben Stunde war der Spuk dann vorbei und vor
der Bühne wurde es dann bei den Melodic-Metallern EVIDENCE ONE etwas
voller. Die hatten auch nur eine Rumpfbesetzung am Start, da
Schlagzeuger und Gitarrist nicht mit auf Tour gehen konnten, weil sie
ihr Geld mit der Metalcoverband JUSTICE machen. Gitarrist Nummer zwei
"Schimmi" war auch nicht am Start, weshalb nur Aushilfsklampfer Barish
Kepic (ex JADED HEART) für Riffs sorgen konnte. Der Mann passt auch
sehr gut zu der Band und erledigte seinen Job recht gut, genauso wie
Drummer Bernd Herrmann. Frontmann Carsten Schultz (ex-DOMAIN, ANGEL OF
EDEN) war der Animateur schlechthin, immer in Bewegung zeigte er die
richtigen Posen auf der Bühne.
Dabei stellte er auch eine tolle vokale
Leistung unter Beweis, was das reservierte Publikum dann doch zum
Mitmachen trieb. So musste geklatscht und der Name der Band gebrüllt
werden, alles nichts neues, aber sympathisch umgesetzt. Der Poser Nr 1.
war Bassist Hutch Bauer, der mit schwarz lackierten Fingernägeln und
ebenso gefärbten Haaren tierisch nach US-Poser Metal aussah und sich
auch auf der Bühne gut in Szene setzen konnte.
Eine knappe
Dreiviertelstunde präsentierten die Vier ihre Hits und überzeugten
sicher nicht nur mich mit ihren Songs. Auf jeden Fall will ich diese
Band einmal in voller Besetzung sehen! (Thor)
Setlist:
The Sky Is The Limit
Tattooed Heart
Written In Blood
Mr. Madness
Won't Sleep
Criticize The Truth
When Thunder Hits The Ground
In The Beginning...
Als der brechend volle Club gegen 21.20 Uhr in stimmungsvolles grünes
Licht getaucht wird, wissen alle was sie erwartet. SAXON gehören nach
wie vor zu den besten Livebands, und sind quasi ständig auf Tour. Die
Briten legen mit "State Of Grace" los und von Beginn an ist die
Stimmung vor als auch auf der Bühne prächtig. Auch der Sound stimmt,
denn die Mucke tönt klar und differenziert aus der PA.
Das Licht
unterstützt die Band sehr gut. Der Lichtmann erledigt seinen Job mit
Hingabe, denn er bangt wie verrückt mit und bei zunehmender Spieldauer
wird seine Begeisterung immer größer (was allerdings auch an der immer
leerer werdenden Flasche Jackie liegen kann, die er behütet wie seinen
Augapfel). Im Gegensatz zur ersten "Inner Sanctum Tour" im Frühjahr
setzen Biff und seine Mannen verstärkt auf Songs älteren Datums. Mit
"Witchfinder General" hat es nur ein Song der letzten Platten in die
Setlist geschafft. Den aktuellen Output bedient man mit fünf Tracks.
Dafür freut man sich natürlich umso mehr auf ewige Klassiker der Marke
"Dallas 1PM", "747", "Princess Of The Night", "Wheels Of Steel",
"Crusader" und "To Hell And Back Again". Das JUZ brennt und dicke
Dunstschwaden ziehen aus allen Fenstern und Öffnungen des Clubs. Basser
Nibbs gibt auf der Bühne wieder alles, bangt um sein Leben und fragt
sich, wie sein Sänger da nur mit Mantel und Schal auf der Bühne stehen
kann. Biff bleibt nämlich wie immer gelassen, verlässt sich auf seine
Ausstrahlung und auf seine humorvollen Ansagen und dirigiert den Gig
souverän durch die knapp zwei Stunden.
Da macht es auch nichts aus,
wenn bei "747 (Strangers In The Night)" das Snarefell reißt und Nigel
den Song auf einem Tom als Snare-Ersatz zocken muss. Nachdem die
Sachsen zwei Mal zur Zugabe zurückkommen, ist dann endgültig Schluss
und alle Beteiligten gehen zufrieden nach Hause. Undenkbar, dass SAXON
sich eines Tages dem Ruhestand überantworten. Dieser Verlust wäre
verdammt schwer wegzustecken! (John)