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628 Reviews in der Datenbank
Billing: URIAH HEEP
Ort: Aschaffenburg, Colossaal
Datum: 07.12.2009
Autor: Thorsten Schwalbach
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Im Herbst/Winter kommen wohl die guten alten Hardrock-Bands gerne auf Tour. Nachdem im letzten Jahr z. B. DEEP PURPLE um diese Zeit tourten, waren es dieses Jahr MAGNUM oder URIAH HEEP, die den Fans die längeren Abende verschönerten. Und URIAH HEEP hatten dieses Jahr noch ihr 40-jähriges Bestehen zu feiern, weshalb sie ja schon auf dem Album "Celebration" einige ihrer größten Hits mit der aktuellen Besetzung neu eingespielt haben. Und die diesjährige Tour zu diesem Jubiläum ist sehr gut besucht. Einige Hallen/Clubs konnten sich schon das "Ausverkauft"-Schild aufhängen, auch der altwürdige Colossaal in Aschaffenburg. Und so war es dort schon proppenvoll, als ich ungefähr 20 Minuten vor dem angesetzten Showbeginn ankam. Sofort wurde klar, dass ich mit meinen fast 40 Jahren den Altersdurchschnitt absenkte. Mindestens 80 % des Publikums waren bei der Gründung von URIAH HEEP schon über 10 Jahre alt! Hier hätte ich hätte mal meine Eltern mitnehmen können, die wären nicht aufgefallen. Mal was anderes.

Uriah Heep Uriah Heep

Vorgruppe gab es keine, auf einer Leinwand wurden bis kurz vor dem Konzertbeginn kleine Filmchen von vergangenen Konzerten gezeigt. Und deshalb kamen URIAH HEEP schon um kurz nach 20:00 Uhr auf die Bühne. Da die Jungs um Sänger Bernie Shaw und Gitarrist Mick Box ja noch immer neue Platten veröffentlichen, legten sie auch mit dem Titelstück ihres letzten Albums los, dem recht schnellen Halbinstrumental "Wake The Sleeper". Schön, dass diese Band nicht nur in ihrer Vergangenheit lebt. Danach ging es aber mit "Return To Fantasy" tief in die Bandgeschichte. Anschließend folgten noch zwei weitere aktuelle Stücke, das neue schnelle "Only Human" sowie das atmosphärische "Book Of Lies". Hier kamen schon die großen Chorgesänge zum Einsatz, die die Band den ganzen Abend begeisternd einsetzte. Auch wenn wie zu erwarten bei den alten Klassikern die Stimmung natürlich besser war, wurden auch die neuen Songs von größeren Teilen des Publikums abgefeiert. Aber anschließend waren bis auf das zweite neue Stück "Corridors Of Madness" von "Celebration" fast durchgehend die alten Klassiker angesagt. Bei "Love In Silence" packte Mick zum ersten Mal die Akustikgitarre aus. Dieser Midtemposong kam sehr atmosphärisch rüber, obwohl auf einiges vom Band zurück gegriffen wurde. Dann wurde es ruhig, Bernie sang nur begleitet von Keyboarder Phil Lanzon und auf der nur von blauem Scheinwerfern ausgeleuchteten Bühne sehr ergreifend die Ballade "Rain". Dieses Stück wurde verdientermaßen ausgiebig bejubelt. Überhaupt hat sich Bernie Shaw über die Jahre zu einem sehr guten Frontmann entwickelt, der die Songs aus sämtlichen Bandphasen absolut überzeugend umsetzt und nebenbei noch mit wilder Gestik voller Energie unterwegs ist. Dann kam die komplette Band zurück, wobei Mick Box immer noch mit der Akustischen "bewaffnet" war. URIAH HEEP spielten die beiden total abgefeierten Hits "The Wizard" und "Free Me", wobei in diesem Song der Refrain wirklich bis in die hinterste Ecke laut und begeistert mitgesungen wurde.

Uriah Heep Uriah Heep

Nach diesem "Akustikpart" ging die Band zurück zu ihren rockigen Klassikern. Vor dem schnellen recht heftigen "Free `n` Easy" erzählte Mick Box irgendetwas von "first Heavy Metal-Song", wobei er sich bestimmt auf die eigene Bandgeschichte bezog. Dieser Song wurde 1977 auf "Innocent Victim" veröffentlicht und vorher gab es doch schone einige Metal-Platten. Mick war neben Sänger Bernie auch an diesem Abend wieder der Mittelpunkt der Show. Altehrwürdig ergraut und doch sehr agil spielte er sich virtuos durch seine typischen Wah Wah-Läufe und machte seine "mystischen" Gesten. In "Gypsy" überzeugt Bernie nochmal nach dem Motto "große Story, große Gesten, großer Gesang" und am Ende gab die Jungs in "Easy Livin`" nochmal richtig Gas. Dann gingen URIAH HEEP kurz von der Bühne, aber nicht ohne anschließend noch das vom ganzen Publikum mitgesungene "Lady In Black" zu spielen. Dann war endgültig Schluss, die Band wurde abgefeiert und verabschiedete sich in ihrer freundlichen Art vom zufriedenen Publikum. Glücklich mache ich mich auf den Heimweg, um schon gegen 23:00 zu Hause zu sein. Auch nicht schlecht. Abschließend nochmal "Herzlichen Glückwunsch" von dieser Stelle. 20 Jahre gehen bestimmt noch und ich bleib auch dabei, versprochen...

Uriah Heep Uriah Heep


Setlist: URIAH HEEP
Wake The Sleeper
Return To Fantasy
Only Human
Book Of Lies
Bird Of Prey
Corridors Of Madness
Love In Silence
Rain
The Wizard
Free Me
Sunrise
Free `n` Easy
Gypsy
Angels Walk With Me
July Morning
Easy Livin`
Zugabe: Lady In Black

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