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628 Reviews in der Datenbank
Billing: FOREIGNER, CHUCKS
Ort: Frankfurt, Jahrhunderthalle
Datum: 18.04.2010
Autor: Thorsten Dietrich & Thorsten Schwalbach
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Mit neuer Scheibe und großen Zuschauerzuspruch sind Foreigner auf Tour! Das merke ich als ich von weitem den vollen Parkplatz der Jahrhunderthalle erblicke, also schwupps etwas weiter weggeparkt und 4 Euro Parkgebühr und Warterei nach dem Konzert gespart! Chucks Foreigner In der Halle war das Publikum sehr bunt gemischt, ältere Herrschaften überwiegen, aber erfreulich viele Teenies wurden von ihren Eltern mitgebracht, ja gar ganze Familien sind da. Der normale Metalhead mit Matte ist da eher eine Seltenheit. Warum die Kanadier von Saga nicht an Bord sind, konnte ich nicht herausbekommen, waren sie doch auf den anderen Dates am Start. 30 Minuten hatten die Teenies (18-21 Jahre) von CHUCKS Zeit die vielen Fans zu begeistern. Der Hard Rock mit Alternative Anleihen war zwar nett, hatte aber nicht die Klasse von Kissin' Dynamite und passte musikalisch wenig zum Headliner! Brav ertrug das Publikum die gar nicht untalentierte Band, die ihre eigenen Songs durch Coversongs von Mötley Crüe und Led Zeppelin aufwertete. Leider spielte der durchaus talentierte Sänger Alain Slimani Alibigitarre. Das Teil wurde ab und an benutzt und hing ansonsten vor seinem hässlichen Ed Hardy Shirt herunter. Zwei Fehler auf einmal, er hätte beides ausziehen sollen! Schließlich sind zwei Gitarristen in der Band. Vielleicht weiß er einfach nicht was er sonst mit sich und seinen Händen auf der Bühne anfangen soll? Ein richtiger Frontmann hätte der Show mehr Drive gegeben! Aber ich habe wieder was gelernt, Chucks sind nicht nur Schuhe! (Thorsten Dietrich)

Der folgende Umbau wird erfreulicherweise schnell durchgezogen und schon gut 30 Minuten später geht das Licht wieder aus. Ein kurzes Intro, dann kommen FOREIGNER auf die Bühne und legen mit "Double Vision" flott los. Die Band wird von der mittlerweile richtig vollen Jahrhunderthalle begeistert empfangen. Sänger Kelly Hansen zeigt sich als sehr agiler Frontmann. Von Anfang an ist er pausenlos unterwegs, nutzt die Tiefe der Bühne samt der beiden Laufstege und hat das Publikum voll im Griff. Der Bühnenaufbau ist insgesamt schlicht aber effektiv mit einem Backdrop des Logos des neuen Albums, schwarz-weißen Türmchen und davor die Keyboards von Michael Bluestein sowie das durchsichtige Schlagzeug von Brian Tichy. Die farbenfrohe atmosphärische Lightshow kommt hier so richtig zur Geltung. Aber nicht nur Kelly ist sehr agil. Auch "Chef" Mick Jones begeistert nicht nur als Gitarrist in allen Belangen sondern ist viel in Bewegung und rockt richtig ab. Und der ehemalige DOKKEN-Bassist Jeff Pilson hat schon Kilometergeld verdient. Er rennt das ganze Konzert hin und her, post mit den Fans und sorgt für den richtigen Groove. Die ganze Band ist richtig gut drauf, was sich von Anfang an aufs Publikum überträgt und während des ganzen Konzertes so bleibt. Foreigner Foreigner Als nächste Stücke folgen "Head Games" und "Cold As Ice". Es wird klar, dass FOREIGNER überwiegend auf die Klassiker ihrer ersten vier Alben bauen. Die Songs werden bis auf die Tribüne der Halle begeistert mitgesungen und alle haben einfach Spaß an diesem mitreißenden Gig. Kelly Hansen klettert mal eben kurz ins Publikum und lässt sich ein paar Meter auf Händen tragen. Berührungsängste hat der definitiv nicht. Kurz darauf dankt ihm das Publikum mit einem Geburtstagsständchen (der Mann wird an diesem Tag 49). Danach wird es dunkel und Kelly singt nur von Mick Jones am Keyboard begleitet mit "Waiting For A Girl Like You" die erste Ballade des Abends. Einfach Gänsehautatmosphäre pur. Der Rest des Songs wird von der ganzen Band vorgetragen. Hierbei überzeugen Mick, Jeff Pilson und Rhythmusgitarrist Tom Gimbel mit auf den Punkt sitzenden Chören. Diese Chorgesänge sind überhaupt während des ganzen Konzerts eine der Stärken der Band und bringen einen einfach zum Mitsingen. Während der folgenden aktuellen eher ruhigen Single "When It Comes To Love" geht die gute Stimmung um kein Fünkchen zurück. Mick Jones untermalt den Song gefühlvoll mit der Akustikgitarre und Tom darf zum ersten Mal zum Saxophon greifen. Dass er dieses Instrument perfekt beherrscht zeigt er später in "Urgent", dessen Spielzeit durch sein mitreißendes Solo ziemlich ausgedehnt wird. In "Starrider" wird es proggig und spacig. Dieser Song ist eine nette Abwechslung in der Setlist. Zum Abschluss des regulären Sets singt Kelly gefühlvoll die ersten Takte von "Juke Box Hero" bevor Mick Jones in diesem einen Akkord irgendwie alle Rock'n'Roll - Träume auf den Punkt bringt. Bei diesem Song, in den noch "Whole Lotta Love" von LED ZEPPELIN integriert wird, geben Band und Publikum nochmal alles. Ich finde es übrigens sehr gut, wie Kelly Hansen sich an Lou Gramm orientiert, aber durch seine etwas tiefere Stimmlage doch etwas Eigenes in die Songs einbringt. Danach geht die Band kurz von der Bühne, kommt aber schnell für drei weitere Songs zurück, auch das bejubelte "I Want To Know What Love Is". Nach rund zwei Stunden rocken FOREIGNER in "Hot Blooded" zum Abschluss nochmal richtig ab. Dann wird diese komplett sympathische Band verdient vom begeisterten Publikum abgefeiert. Ein wirklich tolles Konzert, das noch vom Radiosender "HR1" perfekt abgerundet wird. Die lassen direkt anschließend noch eine Stunde Hits der Band im Radio laufen, weshalb die Konzertstimmung auch auf dem Heimweg erhalten bleibt. Einfach ein gelungener Abend! (Thorsten Schwalbach)

Setlist FOREIGNER:

  • Double Vision
  • Head Games
  • Cold As Ice
  • Blue Morning, Blue Day
  • Waiting For A Girl Like You
  • When It Comes To Love
  • Dirty White Boy
  • Can't Slow Down
  • Starrider
  • Feels Like The First Time
  • Urgent
  • Keyboard-/Schlagzeugsolo
  • Juke Box Hero / Whole Lotta Love
  • Zugaben:
  • Long, Long Way From Home
  • I Want To Know What Love Is
  • Hot Blooded

Bilder: Britta Stippich





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