Ich mag Subway To Sally, seitdem ich die Band das erste Mal vor Jahren in einer Turnhalle in Andernach im Vorprogramm von Schweisser!!! gesehen habe. Um die Solokarriere des Frontmanns Eric Fish habe ich mich bis dato aber nie gekümmert. Als ich nun erfuhr, dass eben dieser mit einem Akustik-Set in meinem Stammclub (JUZ-Andernach) auftreten sollte, war es für mich aber ganz klar, dort einmal vorbeizuschauen. Ohne eine besondere Erwartungshaltung kam ich also gegen 19.30 Uhr im JUZ an und war zunächst von der sehr geringen Besucherzahl sowohl überrascht als auch ein wenig enttäuscht. Denn ich hatte damit gerechnet, dass sich ,aufgrund der mittlerweile ja ziemlich populären Truppe Subway To Sally, doch etwas mehr als nur ca. 100 Besucher an diesem Freitag Abend einfinden würden. Ebenfalls ein wenig enttäuscht war ich von der Tatsache, dass es bis fast 20.30 Uhr dauerte, bis Eric Fish endlich die Bühne betrat, die mit lediglich drei Barhockern bestückt und mit einigen brennenden Kerzen dekoriert war. Dies sollte aber definitiv die letzte Enttäuschung des Abends bleiben, denn es folgte ein Abend voller positiver Überraschungen.
Zunächst war es mir noch etwas suspekt, dass die kleine versammelte Gemeinde, die zum größten Teil aus schwarzgewandeten und meist relativ jungen Leuten bestand, beim erscheinen des Mr. Fish einfach sitzen blieb. Das gewohnte Prozedere von Konzerten, bei denen spätestens beim Einmarsch "der Helden" aufgesprungen und in Richtung Bühne gedrängt wird oder einfach mit verschränkten Armen stehend auf das gewartet wird, was da so kommt, entfiel hier völlig. Statt dessen wurde Eric Fish von seinen Fans mit ordentlichem Applaus, von vor Erwartung glitzernden Augen und stillem Lächeln begrüßt. Ich ließ mich von der aufkommenden heimischen und gemütlichen Atmosphäre anstecken und setzte mich mit meinem Bierchen in der Hand dazu.
Auf eine genaue Setlist verzichte ich an dieser Stelle, da sie den Rahmen sprengen würde und nach meinem Empfinde in diesem Falle auch ohne Belang ist. Denn was an diesem Abend ganz groß geschrieben wurde, war Atmosphäre, Stimmung und Gefühl.
Teilweise allein, teils mit Unterstützung seiner zwei Kollegen Uwe Nordwig und Rainer Michalek, bot Meister Fish eine Mischung aus vielen eigenen Songs, traditionell irischen Klängen sowie vereinzelten Subway-Stücken und Coversongs von Künstlern wie z.B. Tom Petty. Außer den Stimmen der Künstler (wobei mich neben Eric besonders Rainer mit seiner teilweise fast ein wenig an Lemmy erinnernden Stimme beeindrucken konnte) kamen nur Akustikgitarren und vereinzelt ein Dudelsack sowie eine Mundharmonika zum Einsatz. Diese spärliche Instrumentierung, die mit einem guten Sound und einer für Konzertverhältnisse recht geringen Lautstärke gekoppelt war, brachte Musik und Texte ungeheuer gut zur Geltung. Der Zuhörer wurde auf eine Gefühlsreise mitgenommen, die nachdenkliche und lustige, locker flockige, aber genauso auch traurig melancholische Etappen hatte. Die von der Band gesponserte (!!!) kreisende Whiskey-Flasche (Die-Hard-Fans wissen Bescheid!), die auch die hinteren Plätze noch ansehnlich gefüllt erreichte, verstärkte die gemütliche Stimmung und hatte etwas von Lagerfeueratmosphäre. So genossen die Anwesenden einen gemütlichen Abend mit klasse Musik und fühlten sich, egal ob alleine oder in der Gruppe, irgendwie doch als Teil eines Ganzen.
Nach viereinhalb Stunden (!!!) inklusive einer etwas längeren und zwei kurzen Pausen verabschiedeten sich Band und Publikum voneinander.
So verließ ich um 1.00 Uhr am Samstag morgen bestens gelaunt das JUZ und kann sagen, dass ich bei nächster Gelegenheit Herrn Eric Fish wieder besuchen werde.
Dass der Eintrittspreis übrigens bei lediglich 8 Euro lag, setzte dem Ganzen noch die Krone auf. Ob die geplante erste Veröffentlichung des Materials in Form eines Livemitschnitts die intensive Atmosphäre eines solchen Abends einfangen kann, wage ich zwar zu bezweifeln, aber gespannt bin ich trotzdem.
Infos zu Auftritten und News findet ihr unter www.ericfish.de.