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23. Januar 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

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MASTERS OF DISGUISE
Bleiben in der Spur!
Thorsten Dietrich
www.masters-of-disguise.com


Die deutschen Speed Metaller mit US-Metal Flair, Masters Of Disguise haben trotz diverser anderer Aktivitten eine regelmige Verffentlichung am Start die immer Spa am Metal vermittelt und von hoher Qualitt ist. Zum dritten Album sprachen wir mit dem gut aufgelegten Bandkopf, Produzenten und Gitarristen Eric "Kalli Coldsmith" Kaldschmidt der uns viele Infos ber die Band und das was, wie und warum vermittelte.

Ist das dritte Album einer Band immer noch das "Make It or break it" Album oder sind das alte Klischees?

Man mag es als Klischee ansehen, aber dahinter steckt auch immer ein Fnkchen Wahrheit. Zumal man erst mal berhaupt ein drittes Album zustande bringen muss. Oft ist es ja so, dass sich sptestens nach dem zweiten Album die Spreu vom Weizen trennt, die Interessen sich innerhalb der Band verschoben haben oder sich die Chemie verndert hat. Klischee hin oder her, in unserem Fall ist es tatschlich das Album, das die zuknftige Ausrichtung von MASTERS OF DISGUISE bestimmen wird.

Warum habt ihr denn den Horror-Chauvie Cop Knutson nicht mehr auf dem Cover? (Nicht dass ich den vermisse)

Also wir MOD gegrndet hatten, war das ja kurz nach dem SAVAGE GRACE-Split, aus dem wir hervorgegangen sind. Da das Songmaterial eigentlich fr ein drittes SG-Album ,das DRITTE Album (lacht) geschrieben wurde und wir uns sehr stark an den SG-Klassiker "Master Of Disguise" von 1985 angelehnt hatten, war ebenfalls klar, dass der Cop Knutson eine tragende Rolle spielen wird. Wobei ich ehrlich gesagt nicht verstehe, warum die halbe Metalwelt so abgeturnt von diesem Charakter ist. Natrlich ist er alles andere als sympathisch, was letztlich auch im verstrenden Video zu "For Now And All Time (Knutsons Return)" von unserem Debt klar wird, aber hey wir sind im Metal unterwegs und da gibt es eben auch anstige Themen, die nicht jedermanns Sache sind. Blmchen und Eierkuchen sollten in unserer Szene keine Rolle spielen und jede Vorabendserie ist brutaler als dieses Video. Aber egal. Da wir uns im Laufe der Zeit von den SG-Einflssen freischwimmen wollten, haben wir dafr schon auf unserem zweiten Album "The Savage And The Grace" den Grundstein gelegt, das auch schon ein Stck weit die Pfade von SG verlassen sollte. Nun haben wir fr "Alpha/Omega" Knutson vom Cover verbannt, aber dazu gibt es auch noch eine sehr persnliche Geschichte, die wir im Booklet erzhlen.

Dafr habt ihr ja dem Kerl ein drittes Lied gewidmet ("Knutson III"). Ist damit jetzt Ruhe, oder wollt ihr den jetzt textlich noch mal verwenden?

Als wir uns 2010 von Chris Logue getrennt hatten und er alsbald ber alle Berge war, hatten wir drei Songs von ihm als Demoversionen in der Hand. Daher wollten wir von Anfang an drei Alben verffentlichen, mit jeweils einem der "neuen" Logue-Songs als Schmankerl. Ebenfalls hatten wir das Knutson-Konzept auf drei Teile ausgelegt. Nun liegt tatschlich das dritte Album vor und -ehrlich gesagt- hat sich hier im Bandcamp noch keiner Gedanken ber Longplayer #4 gemacht. Totgesagte leben ja bekanntlich lnger.

Das neue Artwork erinnert mich gar an diverse Death Metal Schwedenklassiker der Neunziger, was hat es damit auf sich?

Das war tatschlich auch unser erster Gedanke. Entombed und Konsorten htten sich dieses Bild bestimmt auch auf die Scheibe nageln lassen. Nachdem unser Basser Mario und ich die Texte geschrieben und das Coverkonzept aufgesetzt hatten, gab es eine Skizze von diesem Schdel. Unser Label Limb Music hat sich dann mit diversen Knstlern in Verbindung gesetzt und Entwrfe anfertigen lassen. Und dieser eine hat eben schon im Entwurf ordentlich geballert. Dass einem da Schweden Death in den Sinn kommt, strt mich keineswegs, es knnte schlimmer kommen, (lacht).

Dafr, dass ihr alle noch andere Bands und Leben neben der Musik habt, seid ihr ja alle zwei Jahre recht konstant am Ball, wie klappt das so?

Keine Ahnung. Wir machen es einfach, wie es bei uns passt. Meist dauert es ein gutes Jahr von der ersten Songwriting-Session bis zum fertigen Produkt, d.h. eigentlich mssten wir sptestens im Sommer schon wieder anfangen, neues Material zu schreiben, um 2019 MOD-Album Nr. 4 zu verffentlichen. Knnte durchaus passieren. Alle anderen Bands, die wir so betreiben, machen das hnlich. Man schreibt Songs, nimmt sie auf und schon steht die nchste Scheibe der nchsten Band in den Startlchern. Zeit fr "Hobbies" bleibt da nicht (lacht).

Textlich scheint ihr mir breiter gefchert, oder kommt mir das nur so vor, wer ist fr die Texte bei euch eigentlich zustndig?

Der Groteil ist diese Mal auf meinem Mist gewachsen, da unser Snger Alexx zeitlich sehr eingeschrnkt war und keine Ideen ausarbeiten konnte. Dafr hat Mario mich aber nach Krften untersttzt und bei zwei, drei Songs den Groteil beigesteuert. Meine Texte sind immer Momentaufnahmen von Themen, die mich beschftigen. In erster Linie versuche ich aber, diese Themen den Stimmungen der Songs zuzuordnen. So entsteht der Arbeitstitel eines Songs, bevor es dann an das eigentliche Textschreiben geht. Diesmal geht es vor Allem um Glaube: Aberglaube, Irrglaube, Glaube an sich selbst oder an eine Gottheit (und sei es Geld). Fr mich jedenfalls eine Quelle fr diverse Texte.

"Shadow Of Death" ist fr mich musikalisch und textlich eine alte Manowar Hommage, liege ich da falsch, gibt es noch mehr Hommagen die ich vielleicht berhrt habe?

Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Der Arbeitstitel von "Shadows Of Death" war wirklich "Manowar"! Wer liebt sie nicht, die ersten Alben von Eric, Ross, Scott & Joey, vor Allem aber "Into Glory Ride" und "Hail To England"? Nachdem ich ber dieses Riff gestolpert war, erffnete sich der komplette Song innerhalb von einer Stunde. Wir hatten schon in der Vergangenheit immer einen Song auf unseren Alben, der sehr stark von einer klassischen Metalband beeinflusst war. Auf unserem Debt "Back With A Vengeance" war es eine Reminiszenz an Maiden, auf "The Savage And The Grace" musste ich meinen Hut vor Wolf Hoffmann bzw. Accept ziehen. Und dieses Mal eben vor den alten Manowar!

Ihr habt mit "Blackwitch" einen CD-Bonustrack, dann gehe ich mal davon aus, dass ihr das Album auch als Vinyl heraus bringen werdet? Wie siehst du den Vinylmarkt fr euch und Metal an sich?

Ja, es wird "Alpha/Omega" auf Vinyl geben, allerdings nicht vor April 2018. Da Vinyl aktuell gerade generell eine starke Nachfrage erfhrt, knnen sich die paar Presswerke kaum noch vor Auftrgen retten, so dass einige Monate Wartezeit vorprogrammiert sind. Aber wir freuen uns schon jetzt darauf. Es ist halt eine ganz andere Herangehensweise an die Kunstform "Musik". Man hat ein entsprechend groes Artwork, muss Sorgfalt im Umgang mit dem Medium walten lassen und schtzt daher das Produkt viel mehr als einen Download, wo man nichts in den Hnden hlt oder eine CD, die aufgrund der geringen Gre auch nichts Besonderes frs Auge darstellt. Mal ganz von den akustischen Qualitten eines analogen Tontrgers und der analogen Bausteine zu schweigen. Ich finds also gut, auch wenn ich selbst fast nie die Zeit und Mue habe, meine alten LPs auf meiner alten Stereoanlage anzuhren.

Wenn das mal die ganzen Vinyl Fanatiker hren! Eure letzte Verffentlichung war eine ganz coole Eigenproduktion mit Coversongs der klassischen Metalra, wieso habt ihr die den gemacht und wie waren da die Resonanzen?

Wir hatten damals mit Wolle die Position des zweiten Gitarristen neu besetzt und ich wollte wissen, wie wir unter Studiobedingungen miteinander harmonieren wrden, bevor wir ein neues Album aufnehmen. Da wir mit Roxxcalibur ja schon das eine oder andere NWOBHM-Cover aufgenommen hatten, lag es auerdem nahe, mit MOD etwas hnliches zu machen, nur eben Richtung US Metal. Gesagt, getan. Die Reaktionen waren auch hier sehr gut, auerdem hatten wir das Teil ohne unsere Plattenfirma Limb einfach selbst verffentlicht, um dem Unterfangen einen speziellen Underground-Touch zu verleihen. Es gab auch nur eine handnummerierte 500er Auflage, so dass es sich um ein echtes Sammlerstck handelt. Also "value for money". Und am Ende konnte ich dann absehen, was gitarrentechnisch gut funktionieren wrde und hatte das beim Songwriting von "Alpha/Omega" immer im Hinterkpfchen.

Warum habt ihr einen unverffentlichten Savage Grace Song bekommen bzw. aufgenommen? Ich dachte die Trennung von Chris Logue wre nicht so freundschaftlich verlaufen oder irre ich mich da?

Wir hatten den noch in petto. Einerseits haben wir damit der "Savage Grace-Legacy" Rechnung getragen und das Fan-Herz beglckt, andererseits sind die Songs ja auch echt gut, so dass wir der Meinung waren, dass die verffentlicht gehrt. Musikalisch hatte Chris Logue ja durchaus immer noch was zu sagen.

Masters Of Disguise aber auch, ich hoffe die Truppe bleibt am Ball wie bisher!

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