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24. Mai 2013 - Uhr
 
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LULEY
Volle CRAAFT voraus - ein Mann startet wieder durch
Matthias Decklar
N/A


Mit einem neuen Album vom ehemaligen CRAAFT Sänger Klaus Luley hätte ich beim besten Willen nicht gerechnet, war es doch gefühlt die letzten 20 Jahre mucksmäuschenstill um den Stimmakrobaten und Gitarristen geworden, der zu Beginn der 80er mit TOKYO ins musikalische Licht getreten und später mit CRAAFT auf dem scheinbar sicheren Weg zu einer Topband war. Da die neue Scheibe "Today's Tomorrow" eine richtig gute geworden ist, klingelten wir natürlich beim Meister der Melodien durch.

Hallo Klaus, schön wieder von dir zu hören. Kannst du uns einen kurzen Abriss geben, was nach dem Aus von CRAAFT bei dir gelaufen ist?

Luley

Hi Matthias! Zunächst mal hatte ich sehr viel privaten Stress und den galt es zuerst zu bewältigen und nach Beendigung dieser Beziehung ging es mir nach einiger Zeit wieder besser, aber musikalisch war damals alles auf Eis gelegt. Nach einiger Zeit, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, begann ich auch wieder neue Songs zu schreiben und habe dann auch noch eine Coverband namens Klaus Luley Band gegründet und mit dieser habe ich dann etwa drei Jahre lang in diversen Clubs in meiner Region gespielt und danach auch noch in anderen Coverbands mitgewirkt, weil ich einfach das Live spielen brauche, wie die Luft zum Atmen. Und vor sechs Jahren fing ich dann auch noch an Gitarrenunterricht zu geben.

Mit eurem Debüt verbinde ich einen herrlichen Schulausflug in der 8. Klasse, bei dem ich eure Scheibe als Kassette mit an Bord hatte. Die Jungs haben bei "Breakin' Walls Ain't Easy" abgerockt und die Mädels sind in unseren Armen geschmolzen, wenn "You're The Best Thing In My Life" lief. Wie siehst du diese (für mich überragende) Scheibe rückblickend, die euch einige Türen geöffnet hat?

Ja, da hast du sicherlich recht. Das war damals auch für uns die Mädelzeit, in der wir uns aalten! Und die Lovesongs sind uns wie nichts aus der Feder gesprungen! Ja und diese überragende Scheibe entstand zu einer Zeit, wo wir alle in so einer Aufbruchstimmung waren, als wäre die Welt einfach zu klein für uns. Dann hatten wir auch noch das unverschämte Glück und durften die "It's A Kind Of Magic"- Tour für QUEEN eröffnen. Das war natürlich ganz nebenbei einer meiner größten Träume und der ist dann schließlich noch in Erfüllung gegangen. Das war eine geile Zeit, die ich nie mehr vergessen kann und werde und ich hoffe, dass die Verkäufe meines neuen Soloalbums so gut laufen, dass ich noch mal eine kleine Tournee, natürlich mit einem damaligen Mitglied von CRAAFT, dem Reinhard Besser und noch andern Supermusikern machen kann. Das wäre der absolute Wahnsinn!!! (In der Tat, das wäre es!! Anm. Matthias)

Das Zweitwerk "The Second Honeymoon" wurde schnell nachgeschoben und es ging unter anderem mit BON JOVI durch Deutschland. Ich war damals extra wegen euch in Saarbrücken und bitter enttäuscht, dass ihr keinen einzigen Songs des Debüts gespielt habt, da ich die aktuelle Scheibe etwas schwächer fand. Hast du noch Erinnerungen an diese Tour?

Ich denke, das ist oder war einfach nur Geschmacksache mit dem Album "The Second Honeymoon". Dass wir keinen einzigen Song vom Debüt gespielt hatten, war schlicht und einfach durch Absprache mit unserer damaligen Plattenfirma erfolgt, da wir verpflichtet waren die neue Platte zu promoten und anhand der wenigen Zeit, die uns als Supportband von Bon Jovi blieb, mussten wir das so machen, leider, wie ich oft bemerkte! Es gab aber auch kleinere Clubtouren, wo wir dann natürlich alle anderen Songs und gerade die vom Debüt spielten, das waren wir unseren Fans schuldig. Und sogar beim allerletzten Gig, nach der Tour mit Queen in Eschwege, das damals noch vom HR3 noch live aufgezeichnet wurde, spielten wir auch alles vom Debüt.

Warum kam das Ende von CRAAFT. Das Potential war doch ohne Zweifel da und ihr wart auf dem Weg nach ganz oben?

Der Streit mit unserem Management war das eine und die Band hatte sich dann letztendlich auch verkracht und am Ende getrennt, was ich damals sehr schade fand, aber passiert ist passiert. Das Vertrauen und der Zusammenhalt waren einfach nicht mehr da! Der ganze Stress der letzten Tour, der noch in den Knochen eines jeden steckte und dann waren auch Umformierungen in der Band vorgesehen, die nicht jeder von uns einfach so verkraftete. Dann kam es zum Bruch, weil auch ganz einfach die Kraft und der Background unter diesen Umständen weiter zu machen fehlte.

Zusammen mit der Wiederveröffentlichung von "The Second Honeymoon" wird dein neues Album erscheinen. Hast du bewusst deinen Nachnamen als Bandnamen verwendet oder ist LULEY nur ein Studioprojekt und keine Band?

Sowohl als auch. Den Namen habe ich aus verschiedenen, auch aus rechtlichen Gründen gewählt und das Ganze ist erst mal als Studioprojekt zu sehen. Aber die Liveband wird natürlich auch so heißen, wenn es zu Auftritten kommt, was ich mir sehr wünschen würde, außerdem wollte ich schon immer mal ein Projekt mit meinem Namen konzipieren.

Es wird schnell klar, dass du dein Gefühl für griffige Melodien und Refrains mit Wiedererkennungswert nicht verloren hast. Sind die Songs denn alle in letzter Zeit entstanden oder handelt es sich hier um das Schaffen der letzten 20 Jahre?

Es sind Songs darunter die erst kürzlich entstanden sind, wie beispielsweise "Higher" oder "Still Got A Long Way To Go", der sogar erst bei der Studiosession entstanden ist, aber das meiste Material ist ein Sammelsurium der letzten 20Jahre.

Von melodischen Rockern bis hin zu Balladen deckst du die ganze Bandbreite des Rocks ab. Gibt es einen speziellen Song, der dir besonders am Herzen liegt? Ich persönlich finde "Don't Wanna See Your Face" sehr ansprechend, gerade auch was den Text angeht.

Den Song "Don't Wanna See Your Face" finde ich auch der Hammer aber "Living In The Night" liegt mir besonders am Herzen, weil der Song absolut mein Leben und meine Träume wieder spiegelt!

Luley

Aus vielen starken Nummern ragt der Verweis auf deine erste Band heraus. Mit "Tokyo" gibst du einer unsterblichen Hymne gut 30 Jahre später nochmals Gelegenheit sich der Öffentlichkeit zu zeigen. Hast du eine besondere Verbindung zu dieser Nummer, deren Gitarrensolo sich noch zu recht als solches bezeichnen darf, oder passt sie einfach gut ins Konzept von "Today's Tomorrow"?

Mein Produzent Michael Voss fragte mich im Studio nach dieser Nummer. Da ich "Tokyo" geschrieben habe und die Rechte somit bei mir liegen, entstand die Idee, diesen Song mit auf das Album zu nehmen.

Da ich quasi der Haus- und Hofschreiber für AOR Heaven bei uns bin, darf ich mittlerweile in nahezu jeder zweiten Review Michael Voss erwähnen, der entweder als Sänger, Songschreiber oder Produzent beteiligt ist. Kennt man sich noch von früher oder wie bist du zu Vossi gekommen?

Als Vossi bei mir anrief, so etwa vor zwei Jahren muss das schon gewesen sein, da wollte ich eigentlich nichts mehr machen. Dann habe ich mich aber doch für ein Weitermachen entschieden, nachdem es eine kleine Bedenkzeit gegeben hatte und ich letztendlich dachte: "Warum eigentlich nicht"?! And here I am! Und voller Tatendrang.

Wird sich mein Traum von einer Clubtour erfüllen, bei der Klaus Luley vor fachkundigem Publikum Songs von TOKYO, CRAAFT und LULEY spielen wird?

Das hoffe ich doch sehr, sehr, sehr!!! Und dieses mal werden ausgesuchte Musiker dabei sein und dann werden natürlich auch Songs von Craaft und Luley gespielt werden, aber außer dem Song "Tokyo" werde ich wohl nichts von der Band Tokyo spielen, weil es auch Überlegungen für eine eventuelle Reunion von Tokyo gibt und da würden dann natürlich diese Songs zu ihrem Recht kommen, aber das ist noch alles Zukunftsmusik und hängt ganz alleine von den CD Verkäufen ab!

Die 80er Zeitzeugen unter uns dürften die beiden Craaft-Scheiben schon längst im musikalischen Sturmgepäck haben und können sich daher getrost der neuen Scheibe von Klaus Luley zuwenden. Alle anderen sollten sich zu nächst das Debüt kaufen und dann werdet ihr gar nicht drum herum kommen, euch weiteres "Craaft-Futter" zu besorgen.

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