Eine Art frostige Dauerbeschallung besteht seit zwölf Jahren seitens FROM THE VASTLAND aus der pechschwarzen Wiege des skandinavischen Black Metal. Aktuell hält sich der Veröffentlichungszyklus von durchschnittlich vierundzwanzig Monaten, was bedeutet das seit der Gründung 2010 bislang satte sechs Alben produziert worden sind. Eine an für sich beachtliche Leistung, da jedes der Studiowerke eine Spielzeit vom mindestens vierzig Minuten vorweist und bis lang qualitativ sehr beeindruckend abgeliefert hat. Verfolgt man die Bandhistorie und den damit verbundenen stätigen Aufstieg in die Beletage des Black Metal, dann klingt das fast wie ein wahr gewordene Geschichte aus dem Orient. Denn genau von hier stammt Sina, der nach einem Liveauftrittes 2013 anschließend seinen Lebensmittelpunkt bis dato nach Norwegen verlegt hat.
Die Discographie wird nun um den sieben finsteren Streich „Taurvi“ erweitert. Vom dem bislang eingeschlagenen Kurs der Band weicht es keinen Deut ab. Wie gewohnt wird einerseits rasend-eisige Grundstimmung kreiert. Auf der anderen Seite sorgt das permanente melodisches Riffing nicht unwesentlich für eine abwechslungsreiche Atmosphäre. Inhaltlich setzt sich dieses erschaffene und finstere Ungetüm ein weiteres Mal mit der persischen Mythologie und ihren dämonischen Auswüchsen intensiv auseinander. Ein spannendes Thema, welches in diesem Fall mit ordentlich Schwarzwurzeldekoration versehen, nicht grundlegend neu erfunden wurde. Doch die Umsetzung der acht neuen Kapitel tragen einen hochexplosiven Bombast mit sich. Während der berüchtigte skandinavische Geist aus den Anfangstagen dieses extremen Genre die blutgetränkte Siegesfahne schwenkt, transportieren die ins Fleisch eingeflochtenen und fesselnden Grooves einen ins hier und jetzt.
Dabei präsentiert sich „Towards The Burning Horizon“ mit seiner eher ruhigen Herangehensweise allerdings eher als „Powerballade“ Entgegen der Annahme das diese ruhigere Nummer nicht zum Rest des Albums passt, ist dieser Track als eine spannende Bridge anzusehen. Vom Songwriting her bietet dieser vorletzte Track eine herrliche Abwechslung an. Die Inspiration offenkundig sich der nahöstlichen traditionellen Werten zu orientieren und diese leidenschaftlich mit der nordischen Kälte zu verschmelzen ist einfach großartig. Zwar muss man dabei die orientalischen Klänge wie die berühmte Nadel im Heuhaufen suchen, doch das stört bei „Taurvi“ nicht im geringsten. Wenn FROM THE VASTLAND auch in Zukunft solche Black Metal Granaten zündet, dürfte ihm sein zustehender Lohn in Form des internationalen großen Durchbruches nichts mehr im Weg stehen !