Entgegen der allgemeinen Behauptung, dass es in dem nordischen Land der Dreikronen nur Death Metal Bands gibt, die nach klassischen HM2-Strickmustern agieren, tritt NECROVATION den Gegenbeweis an. Vor zwanzig Jahren hat sich das dreiköpfige Undergroundschlachtschiff in Kristianstad im Süden Schwedens formiert. In der Anfangszeit mündete ihr euphorisches Arrangement in einem Demo (2004), der EP „Chants of Grim Death“ (2004) sowie einer Split (2005) mit den Thrash Landsleuten von CORRUPT. Einen weiteren Veröffentlichungsdreierpack gab es zwischen 2008 und 2012, wo unter anderem die bislang einzigen beiden Alben „Breed Deadness Blood“ und der S/T Nachfolger erschienen sind. Wie schon erwähnt handelt es sich um keine Trittbrettfahrer nach Stockholmer Vorbild, denn NECROVATION wollten auf Teufel komm raus ihren ganz eigenen Weg gehen.
Wenn man an dieser Stelle die gern genommenen Vergleiche hinzu zieht, dann treiben die drei Schweden in Gewässern wie die Landsleute von DEGIAL oder TAPHOS aus Dänemark. Nach einer guten Dekade Ruhe im Karton, gibt es jetzt ein elfminütiges Comeback als Vollzug zu vermelden. Allerdings ist diese Wiederkehr als überschaubar einzuordnen. Mit den beiden schaurig schönen EP Aufnahmen „Storm the Void / Starving Grave“ setzt sich eine stilistische Weiterführung ihrer bisherigen Veröffentlichungen fort, so als wenn es diese elfjährige Bandpause nie gegeben hätte. Mit einigen kratzenden Verbesserungen in der Verarbeitung und einer offensichtlichen Liebe zum Detail ist eine zeitgemäße Originalität zu vernehmen. Die raue Stimmung verbreitet insgesamt eine ausgewogene Reife, welche auf Grundlage einer hervorragenden Produktionsqualität resultiert.
Beim genaueren Hinhören bemerkt man, dass eine vielschichtige Mischung bei jedem eingebauten Element vorzufinden ist. Sehr angenehm in seiner entworfenen Art zu hören, und weit davon entfernt, sich penetrant aufzudrängen. Bei diesem Extended Play hat es zwei bis drei Runden gedauert, bis die betreffende Zugangstür zu dieser rasenden Death Metal Variante aufgestoßen ist. Optisch trifft dieses entworfene Bild in Kombination mit dem Titel den Nagel auf den Kopf. Menschliche Seelen auf ihrer letzten Reise in das endgültige Nichts. Entgegen der weißen Licht Theorie passt in diesem Fall der schwarze Kern des Artwork hervorragend zum thematischen Inhalt. Schade, dass unterm Strich es nur zwei vergangenheitsbewältigende Tracks bei diesem Comeback auf die EP geschafft haben. Das lässt allerdings auf mehr NECROVATION Stuff hoffen.