Bereits das siebte Album legt der Kanadier Jo Capitalicide, dessen Projekt ICE WAR in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, vor. Laut Labelinfo handelt es sich um neun Heavy Metal- Hymnen, episch und fäustereckend, die den Hörer dazu bringen sollen, zu bangen, bis man tot ist. Zudem werden Namen wie HEAVY LOAD, OMEN, STORMWITCH, RUNNING WILD und BLASPHEME als Vorbilder in die Runde geworfen. Hält das Album, was das Label verspricht?
Besagter Herr zeigt sich für alle Instrumente inklusive den Gesang zuständig. Der Gesang gehört jedoch eindeutig nicht zu seinen Stärken. Der klingt furchtbar schief und die Melodien kommen nicht rüber, weil er diese nicht trifft. Instrumental sieht es allerdings nicht viel besser aus. Technisch ist der stark an schlechten MANOWAR und altem skandinavischen Heavy Metal erinnernde Sound auf niedriegstem Niveau, den jede Schülerband besser interpretiert und es wird auch gerne mal hier und da geklaut, wie z.B. der Beginn von „Memories“ an TNT´s „Tor With The Hammer“ erinnert.
Aber nicht nur das. Auch die Produktion ist übel und erinnert eher an ein Demo-Stadium. Der Sound hat so gut wie keine Dynamik und klingt völlig flach. Die Drums sind stark in den Hintergrund gemischt, bis auf die Snare ist kaum etwas wahrzunehmen, es klingt eher nach Hello Kitty-Schlagzeug. Es wiederholt sich viel und die Songs wirken in die Länge gezogen. Ich dachte ja erst, dass das Satire ist, aber der Typ scheint das ernst zu meinen.
Am erträglichsten ist das Album immer dann, wenn galoppierende Gitarren auf möglichst wenig Gesang treffen wie bei „Choice Is Ours“ (allerdings nehmen die furchtbaren Altmännerchöre wieder einiges von dem Faktor weg) oder wenn die Gitarren die eine oder andere gefällige Melodie produzieren wie bei „Shine Bright“. Allerdings auf sehr überschaubarem Niveau. Das hat man nun wirklich schon tausendmal besser gehört. Das ändert aber auch nichts daran, dass das Album eine reine Rohstoffverschwendung auf einem ohnehin schon völlig übersättigten Markt darstellt. Ottawa in Kanada hat überragende Bands wie EXCITER, RAZOR, ANNIHILATOR oder APRIL WINE hervorgebracht, aber für dieses Ein-Mann-Projekt kann sich die Stadt vermutlich nur schämen.