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20. Januar 2019 - Uhr
 
Die Kolumne

LORD VICAR/FUNERAL CIRCLE - Split EP
Band LORD VICAR/FUNERAL CIRCLE
Albumtitel Split EP
Label/Vertrieb Northern Silence
Homepage www.myspace.com/lordvicar
Alternative URL www.myspace.com/funeralcircle
Verffentlichung 06.05.2011
Laufzeit 21:58 Minuten
Autor Christian Schfer
Bewertung 10 von 15 Punkten
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Eine gewagte Verffentlichung: eine EP mit insgesamt 3 Song, gespielt von 2 Bands. Klar, das der mainstreamgewhnte, musikalisches Einheitsfutter schtzende, kreativittsblinde Klangkonsument unserer Tage hier stirnrunzelnd Brckchen hustet. Soll er bzw. sie ruhig tun, denn diese Scheibe ist fr Kenner gemacht. Fr Leute, die mit Hektik so viel am Hut haben wie Schummel-Kalle zu Guttenberg mit Ehrlichkeit und Musik bewusst genieen- gute Musik. Langsame Musik. Doom.

Fr die zur Debatte stehende EP haben sich LORD VICAR, die legitimen Nachfolger der legendren Retrodoomer REVEREND BIZARRE mit den Kanadiern FUNERAL CIRCLE zusammengetan. Beide Bands machen kein Geheimnis aus ihrer Vorliebe fr BLACK SABBATH, denen hier mit schamlos gehuldigt wird.

Los geht's mit LORD VICARs "The Fear of Being Crushed", einem knapp viertelstndigen Doombrett allererster Kajte. Hierbei geben sich die Skandinavier trotz aller schleppenden Zhigkeit um Abwechslung bemht, rhren ihre dickflssige Grtze geschickt mit Akustikgitarren auf und geben sich zerbrechlich-emotional. Das ist im Doom zwar keine alzu groe Seltenheit, kommt fr LORD VICAR, bei denen man etwas mehr von der klebrigen Gehssigkeit aus REVEREND BIZARRE-Tagen erwartet, jedoch eher unerwartet. Macht aber nix, denn LORD VICAR berzeugen auch so und kombinieren verschiedene Facetten des Doom zu einem spannenden Gesamtwerk.

FUNERAL CIRCLE prsentieren sich weniger ausgefeilt und treten in die Fustapfen von z.B. ELECTRIC WIZARD. Weniger verpielt und eher zielstrebig wird hier die grobe Kelle geschwungen. "The Hexenhammer", die katholische Anleitung zum Erpressen von Gestndnissen unter Anwendung von Folter, gibt hier die Marschrichtung vor: wuchtig gedroschene Kessel und zermalmende Gitarren, dominiert von berraschend klarem, variablen und teilweise mehrstimmigem Gesang. Chapeau, messieurs!
Beendet wird der finstere Reigen viel zu frh mit einer Coverversion von WITCHFINDER GENERALs Klassiker "Burning a Sinner". Meiner Meinung nach klebt man hier ein Stck zu dicht am Original. Das kann aber auch an der (bewusst?) mininmalistisch-rappelnden Produktion liegen. Auch wenn FUNERAL CIRCLE den Doom sicher nicht neu erfinden, so lassen sie hier zumindest erahnen, das sie den Gipfel ihres Potenzials noch nicht erreicht haben. Ich bin gespannt auf den ersten eigenen Tontrger der Canucks.

Zusammenfassend kann ich nur das eingangs Gesagte besttigen: Doominsider und offene Geister werden diese EP lieben; alle anderen sollten lieber die Finger davon lassen. Der geneigte Interessent sei darauf hingewiesen, dass das gute Stck auch in Vinyl erhltlich ist.
   
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