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20. Januar 2019 - Uhr
 
Die Kolumne

APOSTLE OF SOLITUDE/RITUALS OF THE OAK/THE FLIGHT OF SLEIPNIR - Split EP
Band APOSTLE OF SOLITUDE/RITUALS OF THE OAK/THE FLIGHT OF SLEIPNIR
Albumtitel Split EP
Label/Vertrieb Northern Silence
Homepage www.northern-silence.de
Verffentlichung 13.05.2011
Laufzeit 50:25 Minuten
Autor Christian Schfer
Bewertung 15 von 15 Punkten
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Auf ihrer Homepage bitten Northern Silence, das kleine grandiose Label, dem wir die hier besprochene Split-EP verdanken, vom Einsenden weiterer Demos abszusehen. Grund hierfr ist, die Vogtlnder sich auf die Zusammenarbeit mit den Knstlern, die sie bereits unter Vertrag haben, konzentrieren mchten. Das wiederum liegt daran, dass die Leute von Northern Silence anscheinend befrchten, dass es ihre Plattenfirma nicht mehr lange gibt- was der Herrgott oder sonstige Verantwortliche tunlichst verhindern mgen! Denn dann gbe es bald keine Verffentlichungen mehr wie die EP mit Songs von APOSTLE OF SOLITUDE, RITUALS OF THE OAK und THE FLIGHT OF SLEIPNIR. Und das wre ein Verlust.

Zur Sache: Mit der unbetitelten Split-EP der genannten Bands beleuchten Northern Silende einmal mehr verschiedene Facetten des Doom. APOSTLE OF SOLITUDE vertreten hier klassischen US-Doom der 1980er Jahre. Nach zwei Demos schlug das Debtalbum "Sincerest Misery" (2008) wie eine Bombe in der Szene ein. Mit "Last Sunrise" wurde im Folgejahr gleich eine Schippe nachgelegt, und die Band hat sich durch unermdlichen Liveeinsatz nicht nur unter Doomfans einen guten Ruf erarbeitet.

Eher epischen Doom mit tollem Frauengesang gibt's von den Australiern RITUALS OF THE OAK. Wie man ausgerechnet im sonnigen Sydney darauf kommt Doom zu spielen und sich dazu noch die Eiche in den Bandnamen packt, obwohl's da unten nicht einen einzigen Eichbaum gibt, ist ja egal- Tatsache ist, dass das Quartett um Sabine Hamad-Linfoot seine Sache verdammt gut macht und mit dem Titel "Hallward" den lngsten Song zu diesem Tontrger beisteuert. Wer die Band beim letztjhrigen "Doom Shall Rise"-Festival gesehen hat, versteht meine Begeisterung ber die Band!

THE FLIGHT OF SLEIPNIR, benannt nach dem achtbeinigen Pferd des germanischen Gttervaters Odin, liefern nicht gnzlich unerwartet vom Vikingmetal inspirierten Doom mit Texten, die ihrerseits von nordisch-germanischer Mythologie inspiriert sind. So haben wir es durchaus mit phantastischen Inhalten zu tun; allerdings driften diese zu keinem Zeitpunkt in bierselige Haudrauflyrik vom Schlage MANOWAR oder engagierten Liedern ber Drachen, Zauberer und Regenbogen wie bei Ronnie James Dio ab.

Die Zusammenstellung verwundert auf den ersten Blick, ganz bestimmt. Beim Hren jedoch wird schnell (was auch immer im Doom 'schnell' heit, hehe!) klar, wie gut die insgesamt fnf Titel aufeinander abgestimmt sind. Nach einem Quasi-Intro von AOS, die sich bewusst roh geben, brillieren meine australischen Freunde von ROTO mit ihrem bersong "Hallward", der meiner Meinung nach allein verffentlicht werden knnte! Ganz groe Klasse, wie hier zwischen Melancholie, rger, Trauer, Wut etc. gesprungen wird. Unglaublich, welche Spannung zwischen harter Musik und zerbrechlichem Gesang aufgebaut wird! Selten fand ich einen Song so spannend wie diesen! Weiter geht's mit TFOS, die ihr stilistisches Pltzchen zwischen rockigem Skandometal und frhem Blackmetal gefunden haben. Hierauf folgen AOS, deren zweiter, knapp zwlfmitiger Song "Transgressions" nicht nur im bisherigen Kontrast wie ein klanglicher Monolith dasteht. Im ganz unteren Midtempobereich angesiedelt wird hier geklagt dass die Schwarte kracht. Super Sache! TFOS sind es, die den finsteren Reigen nordisch-herb beenden. Nach einer weiteren Schlammpackung fr's Gehr verklingt das Ganze in einem heulenden Sturm. Uff, was fr eine Packung!!

Fr Komplettisten sei hinzugefgt, dass alle Titel der Platte neue Kompositionen und bisher unverffentlicht sind. Erhltlich ist das Ganze in limitierter Auflage als Digipak und in Vinyl.
Ganz im Ernst: Solange Northern Silence den Rest der Welt mit derartigen Sahneschnittchen versorgen, mssen die Jungs und Mdels aus Annaberg-Buchholz sich wohl keine Sorgen um einen verfrhten Einzug ins metallische Walhall machen. Geile Sache, kaufen! Unbedingt!
   
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